Liebe Leser,


dies ist der abschließende Eintrag in diesem Blog. Ich bedanke mich für die allgemeine Aufmerksamkeit, für eure Rückmeldungen und Kommentare.

Die Bloggerei hat mir soweit sehr gut gefallen. Wenn ich mir im Sommer eine ordentliche Homepage aufgesetzt habe, werde damit fortfahren. Ich hoffe, möglichst viele von euch wieder als Leser gewinnen zu können! Schaut einfach gelegentlich mal rein unter www.manuelfritsch.de.

Es grüßt aus Tyresö, Schweden

Manuel


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Ich will nach Hause


Ich würde jetzt gerne hier weg. Nicht, dass ich in Deutschland nicht sofort wieder nach Stockholm wollte, aber ich will einfach weitergehen, moving on, zu neuen Aufgaben. Ich hasse es, so in der Luft zu hängen. Ich bin kaum noch zu was zu gebrauchen, wechsle ständig zwischen halbherzigem Kramsortieren und surfen.

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Schweden heute


Zum Abschluss dieser Eintragsreihe ein Link auf einen sehr guten Artikel, den ich bei meiner Recherche nach dem Jantelagen auf den Seiten von Hanjo in Sverige gefunden habe.

FAZ Länderbericht Schweden, 2004

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Schweden und Widerrede


Was mir dann auch noch aufgefallen ist, das ist die frappierende Indifferenz der Schweden gegenüber tiefgreifenden Änderungen von was-auch-immer. Das fing schon damals nach dem Zweiten Weltkrieg an, als ein großer Teil der Altstadt dem Erdboden gleichgemacht wurde, um dem Automobil einen Weg in und durch die Stadt zu bahnen. Das Resultat lässt sich am passendsten mit folgendem Gedächtniszitat eines Stadtführers erfassen: “Angesichts des Sergels Torg [großer hässlicher Autokreisel] und der umgebenden Bebauung mutmaßen viele Besucher, dass Stockholm im Zweiten Weltkrieg stark zerstört wurde. Es hat jedoch keinen Bombenangriff gebraucht, um die Innenstadt zu verwüsten.”

Und es setzte sich jüngst fort mit der radikalen Umstellung des SL-Preissystems. Da muss mancher Bewohner der “Zone C” doch plötzlich für das Einzelticket das Vierfache des zwischenzeitlichen Einheitspreises zahlen.

Was ist es nur, das die Schweden so zurück hält? Bei uns gäbs und gibts großes Geschrei, allein wenn ein Preissystem nichts taugt. Da rollen Köpfe, siehe Christoph “Ich fliege mit der Bahn” Franz.

Von Silke habe ich folgendes Zitat ihres deutschen Professors in Lund: “I know we are in Sweden, but at least you can say something!” - entstanden, weil die Studenten dort einfach die Klappe nicht aufkriegen.

Okay, zumindest eine Vermutung habe ich - dass da mal wieder dieses Jantelagen dahintersteckt. Das ist den Skandinaviern ins Blut übergegangen. Laut Wikipedia ist der Begriff “eindeutig negativ behaftet und bezeichnet einen Zustand geistiger Enge und Konformität in einem Kleinstadtmilieu.” Etwa so denke ich auch darüber. Alles muss immer gleich sein, “lagom” genannt, und bloß nicht ausreißen, bloß nicht zeigen, dass man etwas besser machen könnte oder tatsächlich besser weiß! Denn das wäre ja implizit eine Erhöhung der eigenen Person über die anderen.

Und da, muss ich sagen, bin ich sehr zufrieden mit Deutschland. Wer etwas besser weiß, der sagt es zumeist auch, ohne sich eine moralische Zwangsjacke anzuziehen. Und das gefällt mir als Liberalem doch deutlich besser.


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Schwedische Auswahl


Da ich so ein unwichtiges Zeug nicht in meinen Abschlussbericht schreiben kann, hab ich mir gedacht, ich schreibe hier mal über das folgende Thema: Schweden und Produktvielfalt.

Irgendwie gibt es nämlich bei uns zu Hause von allem mehr Auswahl. Nehmen wir zum Beispiel mal ein Grundnahrungsmittel, das Mineralwasser. In Deutschland gibt es ungefähr achthunderttausend unterschiedliche Mineralwässer. Hier hingegen wird unter drei, vier relevanten Namen Quellwasser minderer Qualität mit allerlei Unsinn versetzt und dann mit bunten Etiketten in einzelnen Flaschen in die Regale gestellt. (Mehrweg-Pfandsystem mit Kästen: Vollständig unbekannt. Getränkemärkte: Vollständig unbekannt. Mit Ausnahme mancher Coca-Cola-Flaschen wird alles gleich wieder im Supermarkt dem Einwegrecycling zugeführt. Dabei hatte Schweden mal Jahre vor uns die Mehrweg-Halbliterflaschen von Coca-Cola - inzwischen alle Einweg, welch ein Rückschritt.)

Oder nehmen wir Drogerien. In Umstadt alleine gibt es etwa sechs, und wenn in Semd mal der Edeka zumacht, dann wird sicherlich Schlecker mit Freuden übernehmen. Schweden jedoch kommt komplett ohne aus. Es ist mir ein Rätsel, wie Millionen Schweden sich mit fast ausschließlich Nivea-Deodorant zufriedengeben können - was eben so auf einen Regalmeter im Supermarkt passt.

Ich könnte noch eine Weile so weitermachen, mit Beispielen von “Schwedens meistverkauftem” gekochten Schinken (Packungsaufschrift), Joghurt (genau zwei verschiedene Sorten regulären Fruchtjoghurts in 4x/8x-Mischpacks - “Nehme ich diesmal rote oder blaue Früchte?”) oder Brot. Oder Kleidung: Geht man jetzt zu H&M, H&M oder soll es vielleicht doch H&M sein? Oder Autos: Diese ganzen Volvos sehen alle so ähnlich aus und sind alle ähnlich groß!

Dabei geht es mir aber hier nicht wirklich darum, über die schwedischen Zustände mein Missfallen auszudrücken - sollen sie doch machen was sie wollen; in sechs Tagen winke ich zum Abschied. Nein, ich habe nur Angst, dass wir auch mal so werden. Ich bekomme ja zum Glück noch ordentliches Brot in Deutschland, aber schon jetzt gibt es ja wohl in Darmstadt kaum noch richtige Bäckereien. Die meisten gehören zu Bormuth oder anderen Großbäckereien. In ein paar Jahren drücken die Bormuths dann die anderen aus dem Markt, oder umgekehrt, und die Stadt muss sich wohl oder übel auf eine sehr beschränkte Auswahl einstellen.

Meine Vermutung ist, dass bei der kleineren Bevölkerung die Entwicklung zu einem schmaleren Produktangebot deutlich schneller geht. Ist Schweden quasi Deutschland in klein, und zwanzig Jahre früher? Es ist ja nicht so, dass das hier von ungefähr käme. IKEA hat in Schweden angefangen! Die Schweden haben den Standardhaushalt also quasi erfunden. Warum dann nicht gleich auch alles mit den gleichen Lebensmitteln, Kleidern und Technikartikeln füllen! (Media Markt kam übrigens im Dezember oder so, die Schweden sind wie erschlagen. Im Vergleich zu vorher muss man fast von steigender Auswahl sprechen.)

Oder sind wir in Deutschland eigentlich auch schon so weit, und ich merke es nicht, weil ich nur die Unterschiede wahrnehme, aber nicht die überwiegende Ähnlichkeit? Und im Vergleich zu früher: Haben wir heute vielleicht nicht doch die besseren Zustände, Fruchtjoghurt gabs ja auch nicht immer…? Und warum gehe ich eigentlich davon aus, dass eine große Produktauswahl in sich positiv ist?

Wissenschaft.de: Wer die Wahl hat, hat die Qual

Hab frei - aber mir fehlt der Stress *g*


Seit der anspruchsvollen (= hohe Ansprüche an mein Buchinhaltsgedächtnis stellenden) Klausur vorgestern ist die Sache hier quasi abgeschlossen. Insbesondere nach dem heutigen Abschluss”seminar” mit hochoffiziellen Partyfotos vom ISS und lecker Kuchen sind meine produktiven Tage in Schweden gezählt. Noch eine kleine mündliche Prüfung am Montag, in der ich mein Wissen über gute und schlechte Wissenschaft dankenswerterweise mündlich unter Beweis stellen kann, da ich während der offiziellen Klausur schon im Flugzeug sitzen werde.

Die Umzugskartons stehen schon herum, werden aber noch nicht gefüllt, das mache ich dann ab übermorgen oder so. Vorher schreibe ich noch ein paar Mails und eine Karte, räume mein Zimmer auf und schmeiße Zeug weg. Ich könnte gar mal wieder ein Buch lesen! (Maris Geschenk an mich, “Bröderna Lejonhjärta” (Die Brüder Löwenherz), stehen nach wie vor ungelesen im Regal, und meine Büchereikarte ging heute zurück - als Einziges ausgeliehen: “Fachliteratur” (Kinderbücher) über Wikinger zu meinem Schwedischvortrag, damals im Oktober.)

Mir scheint, die meisten anderen haben vor, sich hier noch mindestens den Juni zu geben. Ich hingegen kann mich für den Gedanken nicht erwärmen; ich habe Stockholm jetzt ausreichend verinnerlicht. Mich durch Schweden zu campen, entspricht ebenfalls nicht meinen Vorstellungen. Das Zelten auf Gotland war schön, aber auch recht anstrengend, da so elementare Dinge wie ein Stuhl mit Lehne und Keilkissen oder nicht-klamme Bettwäsche mir eigentlich unverzichtbar sind.

Wo ich das Keilkissen erwähne: Ich freue mich darauf, im Juni das Metall in meinem Rücken loszuwerden. Vielleicht sehen meine Rückenmuskeln dann endlich ein, dass es doch einmal den Versuch wert wäre, sich nach dem Hinlegen ohne langes Zaudern zu entspannen, und nicht erst nach drei bis fünf Minuten. Das ist immer noch ein wenig schmerzhaft.

Im ganzen wird mein Juni sowieso geprägt sein von Arztbesuchen (nach einem knappen Jahr ohne!). Mal besuche ich sie, mal dürfen sie auch zu mir kommen, wenn ich dann in der BGU liege. Man hat ja sonst nichts zu tun, da kann man sich auch warten lassen, wie ein Flugzeug oder so. Im Juli will ich dann wieder voll einsatzbereit sein für mein Praktikum.

Ach so, wegen dem Stress: Das ist noch so ne Sache, ich hab ja hier quasi durchgearbeitet - aber ich hab es doch insgesamt genossen, unter einem gewissen Zeitdruck zu stehen. Anders bekomme ich keine Resultate zustande. Ich ziehe es weitaus vor, produktiv zu sein, anstatt unproduktiv - und da schließt sich der Kreis, ich mag das, was mich zur Produktivität treibt, weil ich eben die Produktivität selbst hoch schätze. Hingegen wäre ich im nächsten Monat hier in einem Maße unproduktiv, dass sich mir die Haare sträuben.

Ich bin fast sicher, dass die meisten das nicht nachvollziehen können, aber so denke ich heuer.

Wahl vorbei, Präsident vereidigt


Jo, da hat der Martin Recht, überhaupt nicht aktuell, mein Blog. Gut, dass er mich ich mich da jetzt eben dran erinnert habe!

Also, was sagen wir denn dazu: Hab ich wieder mal Recht gehabt. Ich wusste vorher schon - na gut, ich war mir ziemlich sicher, dass es Sarkozy werden würde. Ha! Dabei ist es interessant, dass alle kurzfristigen Meinungsumfragen ziemlich treffsicher waren; ich hatte befürchtet, dass die Franzosen sich davon irgendwie beeinflussen ließen.

Eine gewisse Unzufriedenheit macht sich nun also breit unter einem Teil der Franzosen in Tyresö (man empfahl mir als “Ausländer” halb im Scherz, Frankreich vielleicht nun erstmal eine präsidiale Amtszeit lang fernzubleiben), während ein anderer Teil genießt und schweigt. Und als Deutscher darf ich mich komplimentiert fühlen von Nicolas’ heutigem Handkuss an das Deutsche Volk:

Ich möchte der deutschen Regierung und dem deutschen Volk sagen, dass für Frankreich die deutsch-französische Freundschaft heilig ist und dass nichts diese Freundschaft in Frage stellen kann und wird.

Schau mer mal, soweit ich weiß ist zumindest im Moment auch noch kein Ärger in Sicht…

Duell der Kandidaten


Heute ist es so weit in Frankreich. Passend dazu die Türen zweier Franzosen, die einander direkt gegenüber wohnen. Das Lächelduell läuft schon seit einer Woche.

Nicolas Sarkozy

Ségolène Royal

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Wahl in Frankreich


Okay, ich muss ein bisschen aufpassen, dass das hier kein YouTube-Blog wird…

Am Sonntag ist Präsidentschaftswahl in Frankreich, und passend dazu bin ich nun auf diesen Clip gestoßen. Ich verstehe gleich null vom Text, aber die Bilder drücken auch schon viel aus. Ich weiß so viel, es ist französischer Rap und es geht um die Problematik der Jugendlichen im Kontext der Banlieues, Kriminalität, Fremdenfeindlichkeit etc. Dieser Clip heißt “Ma France A Moi” und ist von Diam’s.


 

Ich finde es sch****, dass man auch hier mal wieder im Vorfeld einer Wahl schon zu wissen meint, wer gewinnen wird. Ich hätte persönlich lieber Ségolène Royal (geht mich ja wenig an, aber eine Meinung habe ich trotzdem), denn sie will die Steuern höher halten und mehr in Bildung investieren. Bildung ist Europas höchstes Gut, und als Europäer bin ich daher für Royal, auch wegen ihrer im Vergleich europafreundlicheren Einstellung.
Naja, aber vermutlich wirds ja dann doch der allzu rechte Nicolas Kärcher Sarkozy.

“interface-free” computer screen


Ein Computer der Zukunft wird vielleicht so aussehen: Bildschirm, Tastatur und Maus in einem, aber kein gewöhnlicher Touchscreen, sondern eine intuitiv bedienbare Benutzeroberfläche. In fünf Jahren würde das vermutlich niemanden mehr hinter dem Ofen hervorlocken, aber zur Zeit ist das noch state-of-the-art.

Als nächstes kommt dann der Computer, der ans Hirn angeschlossen wird.

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